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Wie plane und schreibe ich ein Praxisangebot?

Praxisbesuch planen und schreiben

Was ist ein Praxisangebot überhaupt und welche Schritte gibt es bei der Planung zu berücksichtigen?

Bei einem pädagogisch angeleiteten Angebot, manchmal auch Lernsituation oder Bildungsangebot genannt, arbeitest du meist mit einer kleinen Gruppe von Kindern. Für diese Kindergruppe überlegst und formulierst du vorab pädagogische Ziele, die sie durch die Teilnahme an deinem Angebot erreichen sollen. 

Während deiner Ausbildung müssen diese Angebote schriftlich geplant (= Ausarbeitung) und deiner Lehrerin / deinem Lehrer und/oder deiner Praxismentorin vorgelegt werden. Durch die schriftliche Planung setzt du dich intensiv mit dem Inhalt und den Hintergründen deines Angebots auseinander. Ebenfalls kannst du dich und dein Tun im Anschluss an die Aktivität reflektieren. 

Hierdurch gelingt es dir, dein pädagogisches Handeln zunehmend professionell zu gestalten. 

Die fünf Schritte einer Angebotsplanung und -entwicklung in der Übersicht: 

1. Kinder beobachten und deren Interessen erkennen 👀
2. Ziele formulieren und ein Angebot auswählen 🎯
3. Schriftliche Planung / Ausarbeitung schreiben ✍️ 
4. Angebot durchführen 👧🏼🧒🏽
5. Angebot reflektieren 💭 

In diesem und den Kommenden Blog-Posts werden wir noch einmal einzeln und ausführlich auf jeden der fünf Schritte eingehen. Und nun starten wir mit Punkt 1:

Wie erkenne ich die aktuellen Interessen der Kinder?

„Die Beobachtung ist die Eingangstür zur pädagogischen Arbeit.“ (Anne Heck, 2005) 

✅ Bevor du mit der Planung deines pädagogischen Angebots beginnen kannst, solltest du zuerst einmal in Erfahrung bringen, womit sich die Kinder deiner Kita-, Krippen- oder Hortgruppe derzeit gerne auseinandersetzen und wo ihre aktuellen Interessen liegen. 

💭 Dies geschieht über die Beobachtung. Da dein Angebot zu der jeweiligen Situation in deiner Einrichtung und den Kindern/Jugendlichen passen und diesen Spaß machen sollte, darfst du diesen Schritt auf keinen Fall auslassen! Es empfiehlt sich immer wieder – und nicht erst, wenn ein Angebot ansteht – aufzuschreiben, was du im pädagogischen Alltag hörst, siehst und mit den Kindern erlebst. Gemeinsam mit deinen KollegInnen oder deinem/r MentorIn kannst du dir Gedanken machen zu den Fragen: Was brauchen unsere Kinder? Wo stehen sie? Was sollten wir ihnen anbieten? 

❗️Wichtig: Halte während deiner Beobachtungen deine eigenen Vorschläge, Ideen und Erklärungen zunächst zurück. Das bedeutet, lasse die Kinder ihre eigenen Wege gehen, Aktivitäten aussuchen, miteinander spielen und experimentieren. Nur so kannst du erkennen, was das jeweilige Kind wirklich beschäftigt und wo seine Interessen liegen. 

✨ Vielleicht machst du dabei auch die Beobachtung, dass die Kinder in bestimmten Bildungsbereichen* bisher noch wenig oder keine Erfahrungen machen konnten. Auch diese Beobachtung kannst du nutzen, um darauf aufbauend ein Angebot zu planen. Dieses kann den Kindern neue Erfahrungen ermöglichen und deren Interesse für Neues wecken. 

🎯 Im nächsten Teil unserer Serie beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie wähle ich (ausgehend von meinen Beobachtungen) ein passendes Angebot und formuliere pädagogische Ziele. 

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*Bildungsbereiche sind z.B.: Bewegung / Sprache und Kommunikation / Mathematische Bildung / Naturwissenschaftliche Bildung / Medien / Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung / Körper, Gesundheit und Ernährung / Ökologische Bildung / Religion und Ethik / Kunst, Musik und Gestalten

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